Medienbildung im Kindergarten: Pädagogischer Tag an der BAfEP8 in Wien

11. November 2018

Ein Team des ZLI war am vergangenen Samstag an der BAfEP8 in der Lange Gasse in Wien zu Gast, um im Rahmen des Pädagogischen Tages einen Workshop zu „Medienbildung im Kindergarten“ zu gestalten.

Der Kontakt kam über Katharina Mittlböck zustande, die am ZLI die Aktivitäten im Bereich der Elementarpädagogik koordiniert. Nach einem Vorgespräch mit der Schulleiterin Susanne Siebert waren Rahmen und Zielsetzung abgesteckt. Erfreulicherweise entschieden sich nach unserer Einladung 30 Kolleginnen und Kollegen aus einem Wahlangebot für den dreistündigen Workshop zur Medienbildung.

Der Workshop startete mit einer halbstündigen Einführung für alle, in der Erich Schönbächler entlang einer tollen Padlet-Sammlung in die Thematik „Medienbildung und Digitale Grundbildung im Kindergarten“ einführte. In der Planung hatten wir – entsprechend dem Aufgabenprofil einer BAfEP – drei Zielgruppen bzw. Betrachtungsebenen im Blick:

  • Zielgruppe BAfEP-Lehrende (= Erwachsene): Anforderungen aus der Digitalisierung an die Schule insgesamt, Einsatz digitaler Medien für die Unterrichtsvorbereitung und -gestaltung (Fokus Mediendidaktik) und im Sinne des Lifelong Learning
  • Zielgruppe BAfEP-Schüler/innen & Studierende (= Jugendliche & Erwachsene): Digitale Grundbildung in der Sek. II & Kolleg und Einsatz im Unterricht (Fokus Medienbildung und Lernen in einer digital vernetzten Welt)
  • Zielgruppe Kindergarten (= Kinder): Medienbildung in der Elementarstufe und sensibles Heranführen an Phänomene der digitalen Welt

Erichs Vortrag spannte also einen gewaltigen Bogen, machte dadurch aber auch deutlich, wie facettenreich das Thema ist und dass die Herausforderungen besser zu bewältigen sind, wenn wir sie im Team angehen und systematische Medienbildung als Schulentwicklungsprozess verstehen. Erich ging dabei von plastischen Beispielen aus, wie bereits Kleinkinder zwangsläufig mit Phänomenen der digital vernetzten Welt in Berührung kommen können, die auch für uns Erwachsene neu sind – und es trotzdem wichtig ist, dass wir die Erfahrungen der Kinder altersgerecht thematisieren und begleiten (auch für diesen Teil hatte er ein separates Padlet „KIWI Medien, Spiel und Erziehung“ vorbereitet). Als Analogie wählte er das Fahrrad fahren lernen, das auch nicht gänzlich von allein geht, sondern über ein Laufrad (und oder eventuell ein Rad mit Stützrädern etc.) schrittweise erlernt wird. Und selbst wenn ich dann das Radfahren beherrsche, muss ich beim Zurechtfinden im Verkehr ständig weiterlernen und auch lernen, mit Gefahren umzugehen – auch eine passende Analogie zwischen Verkehrserziehung und Medienbildung. Die digital vernetzte Welt birgt Gefahren, aber auch Chancen und Potenziale, und beide Seiten sollten in Schulen aller Jahrgangsstufen Platz finden. Die Ansprüche an Schule am Beispiel „Umgang mit dem Internet“ veranschaulicht die Grafik gut, die ebenfalls als Padlet zur Verfügung steht.

Mit Blick auf die Schüler/innen & Studierenden der BAfEP, die im Alter von 14 bis 18 Jahren (5jährige Form) und erwachsen (Kolleg) sind, leitete Erich dann von der frühkindlichen Medienerziehung zur Digitalen Grundbildung in der Sekundarstufe über. Anhand der drei Perspektiven des Dagstuhl-Dreiecks betonte Klaus Himpsl-Gutermann, wie wichtig es ist, dass nicht nur Informatiker/innen und Technologie-ExpertInnen sich mit den Phänomenen beschäftigen und die Frage „Wie funktioniert das“ nicht aufhören zu stellen, sondern dass die Wirkungen von Digitalisierung in unserer Gesellschaft aus allen Fachdisziplinen heraus behandelt werden muss – weshalb die Digitale Grundbildung auch Aufgabe des ganzen Kollegiums ist.

Nach dem Überblicksvortrag waren zum Vertiefen und Ausprobieren in verteilten Klassenzimmern vier Stationen vorbereitet, die in kleinen Gruppen in einem halbstündigen Rhythmus von allen durchlaufen wurden:

Zu den Stationen B bis D bietet das EIS-Team des ZLI eine umfassende Sammlung an Materialien.

Zum Abschluss des Vormittags war noch Zeit für eine kurze Blitzlichtrunde, in der überwiegend positive Rückmeldungen zur Gestaltung des pädagogischen Tages abgegeben wurden. Schade war lediglich, dass insgesamt ein ziemlicher Zeitdruck herrschte, da für jede Station nur etwas 20min blieben. Dafür konnten aber alle auch aus jeder Station Anregungen mitnehmen – und eine Vertiefung und Anwendung muss sowieso jeweils im eigenen Unterricht erfolgen. Ein herzliches Dankeschön gilt den Schülerinnen der BAfEP, die für die Pausen ein tolles Buffet vorbereitet hatten!

Voraussichtlich wird es eine Fortsetzung an der BAfEP8 im Sommersemester geben – wer mit der eigenen Schule ein ähnliches Angebot wahrnehmen möchte, kann sich direkt an das ZLI (Monika Damm-Biedermann) wenden.

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