Auftaktmeeting des Projekts „Denken lernen – Probleme lösen (DLPL)“

23. Juni 2017

Am 19. und 20. Juni 2017 fand das offizielle Auftaktmeeting des Projekts „Denken lernen – Probleme lösen (DLPL)“ an der PH Wien statt. Das Projekt widmet sich der Etablierung von Education Innovation Studios (EIS) an Pädagogischen Hochschulen in Österreich mit dem Ziel, die informatische Grundbildung bereits in der Primarstufe zu stärken. Insgesamt 13 Pädagogische Hochschulen und 100 Volksschulen nehmen an dem Projekt teil.

Projektteam und Projektleitung

Das Projektteam von DLPL unter der Leitung der PH Wien in Kooperation mit der PH NÖ (und mit Unterstützung von DaVinciLab und der Privaten PH der Diözese Linz) koordiniert die österreichweite EIS-Einrichtung und Etablierung einer EIS-Community. Die PH Wien hat bereits ein EIS eingerichtet und beim eBazar im März feierlich eröffnet, die PH NOE und 11 weitere Hochschulen folgen im Herbst 2017.

 

Vorträge und Workshops

Das Meeting wurde durch zwei Impulsvorträge eingeleitet. Einerseits führten Martin Bauer (Leiter der Abteilung II/8 – IT-Didaktik und digitale Medien im Bundesministerium für Bildung), Gerhard Brandhofer (PH NOE) und Klaus Himpsl-Gutermann aus Sicht des Projektauftraggebers und der Projektleitung in die wesentlichen Ziele und Grundzüge des Projektes ein, das ab sofort bis zum Jahresende 2018 läuft. Andererseits steuerte Alois Bachinger von der Privaten PH der Diözese Linz als Keynote-Speaker und „Vater des Projektes DLPL“ wichtige Grundideen zum Arbeiten mit BeeBots und Übungen als Vorstufe zum Erlernen der Programmierung bei, die in einem selbst entwickelten interaktiven Lernspiel von Lehrer*innen und Schüler*innen genutzt werden können. Dabei gibt es verschiedene Vorlagen, auf denen sich die BeeBots bewegen (Verkehr/Schatzlandkarte), und Variationen in den Spielmodi und Schwierigkeitsgraden, was vielfältige Möglichkeiten der Differenzierung und Anknüpfung an die Lebenswelten der Kinder bietet. Er aktivierte somit die Teilnehmer/innen bei der Vorstellung seines Konzeptes zu den BeeBots mit seinem Online-Spiel und leitete gleichzeitig zum Workshop von Peter Gawin von DavinciLab über, der die Teilnehmer/innen gleich kollaborativ an der Bewältigung einer Mars-Challenge mit Lego WeDo 2.0 arbeiten ließ. Dabei ergänzten Brigitte Hübel-Fleischmann und Petra Tratberger ihre Erfahrungen aus den Workshops an ihren Volksschulen und im EIS der PH Wien.

In weiteren Workshops wurden zu didaktischen Konzepten sowie organisatorischen Belangen über die Verteilung der Hardware und der Unterrichtsmaterialien vom Kernteam Vorschläge geliefert, welche im Plenum dann diskutiert, umformuliert und erweitert wurden. In folgenden Gruppen wurde an den beiden Tagen gearbeitet:

  • Einrichtung des EIS, Administration und Koordination (Vertreter/innen der PHs, Paul Szepannek)
  • Zusammenarbeit in der Community, Austausch der mobilen EIS (Vertreter/innen des eEducation-Clusters, Gerhard Brandhofer)
  • Didaktische Konzepte und CMS (gemischte Gruppe, Michael Steiner und Peter Gawin)
  • Fortbildungskonzepte (gemischte Gruppe, Walter Fikisz und Adi Selinger)

Als didaktisches Design wurde ein fünfstufiger Prozess angedacht, der Lernszenarien nach folgenden Stufen bzw. Phasen gliedern soll:

  1. entdecken und überlegen
  2. erforschen und entwickeln
  3. experimentieren und gestalten
  4. präsentieren und teilen
  5. verändern und anwenden.

Jedes Unterrichtskonzept soll ein nach diesen Stufen gegliedertes Übersichtsblatt enthalten; dazu werden Arbeitsblätter für Schüler/innen, Begleitmaterialien für Lehrer/innen sowie anregende Fotos und Videos entwickelt werden. Weitere Details zum didaktischen Design und den inhaltlichen Zielen des Projektes finden sich hier in diesem gerade erschienenen Artikel in den Medienimpulsen (Schwerpunktausgabe „Digitale Grundbildung“).

Für die Verteilung ist geplant, eine österreichweite CMS-Plattform zu etablieren, die als zentrale Anlaufstelle für alle Beteiligten dient und im Sinne der OER-Strategie qualitativ hochwertige didaktische Konzepte und Unterrichtsmaterialien unter CC-Lizenz bereitstellt. Ein Feedback-Mechanismus soll hierbei helfen, Erfahrungen aus der Erprobung in den Schulen direkt in die Verbesserung der Konzepte und Materialien einfließen zu lassen.

Mehrwert für Lehrer/innen

Damit ist das Projekt DLPL ein Pilotprojekt, das zu allen vier Säulen der Schule 4.0-Strategie einen wertvollen Beitrag leistet, mit dem Ziel, das informatische Denken und kreative Problemlösen bereits in der Volksschule zu fördern. Im Übergang zur Sekundarstufe 1 soll durch das Projekt auch eine gute Grundlage für die verbindliche Übung zur Digitalen Grundbildung darstellen, die ab Herbst 2017 pilotiert und im Jahr darauf österreichweit eingeführt wird.

Eine aktive EIS-Community in Österreich ist einer der Erfolgsfaktoren für die erfolgreiche Projektumsetzung, deren Grundstein mit dieser Auftaktveranstaltung gelegt wurde. Ende Juni folgen parallel in Innsbruck und in Wien ganztägige Schulungen für die Trainer/innen, die ab September die Fortbildungen an den Schulen in allen neun Bundesländern durchführen werden.

 

Weiterführende Informationen:

Fotocredits: Neben den Bildern von Klemens Frick und Petra Szucsich bedankt sich das ZLI herzlich bei Gerhard Brandhofer für die Bereitstellung seiner Aufnahmen.

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