Und es fetzten die Texte …

21. April 2016

einen ganzen Tag lang an der PH Wien! Literaturvermittlung und Textproduktion im Unterricht waren die Ziele der Veranstaltung „Text fetzt“, die vom Institut für übergreifende Bildungsschwerpunkte der Pädagogischen Hochschule Wien in Zusammenarbeit mit vielen Partnern am 20. April 2016 ausgerichtet wurde.

Daniela Fürst (literadio) und Christian Berger (ZLI PH Wien) eröffnen die Veranstaltung

Der von den beiden Zentren ZLI und DiZeTIK unter der Leitung von Christian Berger organisierte „Literaturtag“ fand in vier Hauptteilen statt. Eine interaktive Ausstellung von 10 bis 15 Uhr zum Motto „Schule trifft Literaturbetrieb“ lud zum Mitmachen und Informieren ein. Im ersten Teil präsentierten Schulklassen eigene Projekte der Literaturvermittlung und Textproduktion. Danach standen VertreterInnen von Verlagen und AutorInnen für Gespräche unter dem Motto „Hinter Büchern stehen Menschen“ zur Verfügung. Darunter beispielsweise Sabine Sobotka, die an der PH Wien das Lehramt für die Volksschule studiert und sich inzwischen als Poetry-Slammerin und Jungautorin einen Namen gemacht hat (hier ihr aktuelles Buch). Dazwischen fanden Kurzauftritte statt, beispielsweise eine Lesung von vergnüglichen Morgenstern-Gedichten von Herbert Gnauer oder die Darstellung von Walter Kreuz als „Krenzwalter RELOADED“.

An vielen Stationen wurden Literaturvermittlungsprojekte vorgestellt.

In einer der Stationen stellten das DiZeTIK und das ZLI mit dem Titel „Flarf Poetry – Dada 2.0“ eine Möglichkeit dar, wie Kinder und Jugendliche in einer etwas anderen Variante an die Lyrik herangeführt werden könnten, indem mit Hilfe von Google-Suchergebnissen Verszeilen „montiert“ werden. Materialien für Lehrkräfte zu Flarf Poetry inclusive Anleitung finden sich hier, die Ergebnisse der live auf der Veranstaltung entstandenen Gedichte sind hier nachzulesen.

Flarf Poetry Station von DiZeTIK und ZLI

Der dritte Teil der Veranstaltung – einer eher „akademischen“ Auseinandersetzung mit dem Thema – eröffneten Barbara Huemer (Vizerektorin PH Wien) und Gerhard Ruiss (IG Autorinnen Autoren), ehe die Literaturwissenschafterin Daniela Strigl von der Universität Wien in einem Hauptvortrag den durch die Reformen um Kompetenzorientierung, Bildungsstandards und Zentralmatura bedingten Rückzug der Literaturwissenschaften aus den Schulen anprangerte.

Ihre kritische Bestandsaufnahme war gleichzeitig Ausgangspunkt für die anschließende Podiumsdiskussion mit Barbara Huemer, Daniela Strigl, Gerhard Ruiss und Stefan Krammer (Universität Wien), die von Gerhard Falschlehner (Buchklub) moderiert wurde und mit zwei provokanten Fragen überschrieben werden konnte: „Was hat die Literatur in der Schule verloren?“ oder „Warum hat die Schule die Literatur verloren?“

podiumsdiskussion-text-fetzt

Am Abend waren dann wieder Kinder und Jugendliche selbst am Wort, nämlich beim ersten Poetry Slam der Wiener Schulen. Hier durften natürlich Wiener Poetry-Slam-Größen nicht fehlen: Marcus Köhle (www.autohr.at) als witziger Moderator und Mieze Medusa, die als DIE Wiener Poetry-Slam-Pionierin mit einer hinreißenden „Lesung zum Muttertag“ den Warmup-Beitrag beisteuerte. So war die Stimmung im rappelvollen Festsaal der PH Wien für die sechs Beiträge aus Wiener Schulen bereitet, die von Volksschulkindern bis zum Maturanten eine beeindruckende Talentschau von „Literaturproduktion“ und Performance lieferten und dem Veranstaltungsmotto noch einmal zur Ehre gereichten – es fetzten die Texte!!

Link zur Veranstaltungswebseite

Bildergalerie:

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