Schulschließung: Rückblick der 1. Woche

23. März 2020

Am 16. März 2020 wurden auf einen Schlag alle Schulen in Österreich auf online Lehren und Lernen umgestellt. Auch alle Universitäten und Hochschulen mussten im Zeitraum zwischen 9. März und 16. März 2020 ihren Lehrbetrieb schnellstmöglich auf virtuelle Lehre umstellen.

Am 10. März hatte die Bundesregierung die Beendigung aller Indoor-Veranstaltungen über 100 Personen angekündigt, weswegen alle wissenschaftliche Tagungen abgesagt oder verschoben werden mussten bzw. werden diese nun online durchgeführt. Auch der für den 12. März geplante eBazar der PH Wien musste verschoben werden.

Wie lief die erste Woche?

Die Lehrer*innen bemühten sich, die Vorgaben des Ministeriums in den letzten Tagen vor der Schulschließung sowie in der ersten Woche bestmöglich umzusetzen. Es wurden Materialien kopiert und eingescannt, Klassenlektüre an die Schüler*innen verteilt, Moodle-Kurse angelegt und E-Mail-Adressen der Schüler*innen gesammelt. Einige Kolleg*innen nahmen in den letzten Tagen noch an Schulungen teil bzw. belegten Online-Kurse

Auch an Universitäten und Hochschulen gab es zahlreiche Unterstützungspakete und Hilfestellungen. Das Support-Team der Pädagogischen Hochschule Wien z.B. – koordiniert von ZLI und ZID – schnürte ein Paket für die virtuelle Lehre und führte in der ersten Woche jeden Tag Praxisschulungen für Hochschullehrende via Zoom durch.

Viele Lehrende, die sich zuvor schon viel mit E-Learning beschäftigt hatten, standen nun vor einer Herausforderung. Sie mussten sich von zu Hause aus einerseits um die eigenen Lernenden kümmern, andererseits ihre Kolleg*innen unterstützen bzw. „Troubleshooting“ an ihren Schulen und Hochschulen betreiben. Hier einige Bilder vom virtuellen Arbeitsplatz.

Das Resümee nach einer Woche ist, dass die Umstellung – trotz anfänglicher Schwierigkeiten wie Überlastung einiger Plattformen – sehr gut gelungen ist. Lehrende und Lernende sind während der Corona-Krise auf digitale Geräte, Plattformen und Werkzeuge angewiesen, die Kommunikation funktioniert trotz allem recht gut. Viele Lehrer*innen verbringen jedoch im Moment sehr viel mehr Zeit mit der Planung und Koordinierung als gewöhnlich.

Diese Woche waren es unheimlich viele Stunden, bis alles wirklich läuft. Ich sitze immer während meiner Unterrichtszeit vor dem Computer und dann noch Vorbereiten, Nachbereiten, Tutorials erstellen, erklären und helfen.“ berichtet Susanna Jilka. Lehrerin der Praxismittelschule der PH Wien.

Auch Alicia Bankhofer, Lehrerin am WMS/RG/ORG antonkriegergasse, gibt auf Sozialen Netzwerken ein tägliches Stimmungsbild ab: „Ready for Day 2 of working like a crazywoman at home.“ und „Getting ready for my online class.

Auch das Feedback von Schüler*innen zur ersten Woche wirt recht positiv. „Es ist eine sehr eigenartige Situation, zu Hause zu sein, aber es fühlt sich nicht nach Ferien an. Ich habe die Dinge unterschätzt, die wir für die Schule tun müssen. In den ersten Tagen hatte ich ein schreckliches Zeitmanagement, weil ich immer dachte, dass ich noch so viel Zeit habe. Jetzt wird es besser.“ und „Was mir am Online-Lernen am besten gefällt, ist, dass ich nicht nach einem starren Zeitplan arbeiten muss und selbst entscheiden kann, an welchen Themen ich zuerst arbeiten möchte. Meine Freunde nicht zu sehen ist jedoch ziemlich langweilig, deshalb freue ich mich sehr darauf, sie wiederzusehen.“ waren einige Rückmeldungen von Schülerinnen und Schülern des BG/BRG Stockerau.

Netzwerke und Materialsammlungen

Die Zusammenarbeit der Schulen, Hochschulen und Universitäten in der ersten Woche war bemerkenswert. Zahlreiche Seiten versuchten mit guten Tipps und Materialsammlungen Schüler*innen, Lehrenden sowie Eltern Hilfestellung und Unterstützung zu bieten, wie Lernen trotz Corona in Schulen und Hochschulen funktionieren kann. Hier einige Beispiele:

  • Ö1 macht Schule: Ö1-Sendungen mit E-Learning-Angeboten
  • Eduthek: übersichtlich aufbereitetes Lern- und Übungsmaterial für Kindergartenkinder und Schülerinnen und Schüler aller Schulstufen
  • Tiroler Bildungsservice (tibs): Tipps, Angebote und Anleitungen zur digitalen Kommunikation und Zusammenarbeit
  • eSchools-Vienna: gute Übersicht zum Thema eLearning für den Heimunterricht

Das „freie Schulbuchregal“

Damit der Zugang zu Schulbüchen in digitaler Form uneingeschränkt möglich ist, entwickelten Österreichs Bildungsverleger das „freie Schulbuchregal“. Dadurch können Lehrende sowie alle Schüler*innen ohne den bisher obligaten persönlichen Zugriffscodes online auf DIGI4SCHOOL zu den E-Books gelangen.

Freie Tools und Apps

Auch Angebote wie Apps, TV-Programme und Youtube-Kanäle können beim E-Learning unterstützen. Viele Tools erlaubten daher eine kostenlose Nutzung für den Zeitraum der Schulschließungen bzw. die kostenlose Nutzung von Premium-Funktionen. Einige Beispiele dafür sind

Hintergrund: Die Vorgaben des Ministeriums

Zur Eindämmung des Coronavirus wurden ab Montag, dem 16. März 2020, Österreichs Schulen zunächst einmal bis nach den Osterferien geschlossen. Die Schulschließung hätte eigentlich stufenweise passieren sollen (Schüler*innen ab der 9. Schulstufe ab Montag, Schüler*innen bis zur achten Schulstufe ab Mittwoch, 18. März), diese Regelung wurde jedoch kurzfristig geändert und alle Schüler*innen blieben ab 16. März zu Hause.

Lehrer*innen wurden angehalten, für ihre Klassen Materialien zu erstellen und diese den Schüler*innen mitzugeben bzw. online zukommen zu lassen. Die Bearbeitung dieser Arbeitsaufträge sollte (vergleichbar mit einer Hausübung) als Mitarbeit in die Leistungsbeurteilung einfließen. Ziel dieser Übungen sollte sein, in dieser Überbrückungszeit den bisherigen Lernstoff zu vertiefen, es sollte kein neuer Lernstoff durch genommen werden.

Betreuung in den Schulen wurde zwar angeboten, jedoch in der ersten Woche nur von ca. 3-5 % aller Schüler*innen wahrgenommen. Weiters kündigte ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann eine Verschiebung der standardisierten Reife- bzw. Reife- und Diplomprüfung um zwei Wochen an, d.h. diese kann frühestens am Dienstag, dem 19. Mai 2020, starten. Auch die VWA-Präsentationen können nun doch nicht (wie zuerst geplant) unter Einhaltung der hygienischen Verhaltensregeln an den Schulen stattfinden und sind vorerst verschoben.

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