PREPARE geht in die zweite Phase

1. Oktober 2016

Beim zweiten Meeting im Rahmen des EU-Projekts in Bozen wurden IST-Analyse und SOLL-Konzept abgeschlossen und die letzten Vorbereitungen für den Start der Pilotgruppen getroffen.

PREPARE Projekt-Team und eingeladene Policy Makers

PREPARE Projekt-Team und eingeladene Policy Makers

Seit dem Auftaktmeeting in Freiburg im Jänner 2016 ist ein dreiviertel Jahr vergangen, in dem die einzelnen Partner weitgehend mit sich selbst beschäftigt waren, denn: die ersten beiden Workpackages sahen vor, dass die Situation an der eigenen Hochschule hinsichtlich der Förderung der reflexiven Praxis der Lehramtsstudierenden analysiert werden sollte. An der PH Wien wurde die SWOT-Analyse zu den Pädagogisch-Praktischen Studien auf drei Ebenen durchgeführt:

  • Interview mit der Institutsleitung

  • Fokusgruppe mit Praxisbetreuerinnen und -betreuern

  • Online-Fragebogen für Studierende

Für die ersten beiden Punkte wurden ein Experte und eine Expertin „von außen“ hinzugezogen, so dass eine bessere Distanz und Neutralität bei der Erhebung und Auswertung gegeben waren. Die Teilergebnisse wurden von Reinhard Bauer in einem Folienvortrag zusammengefasst und als Video auf der edubreak-Plattform hochgeladen. Dort wurden auch die Ergebnisse der anderen Partner eingestellt und können so gegenseitig kommentiert werden – eines der vielen didaktischen Szenarien zu „Social Video Learning“, die mit dem edubreak Campus möglich sind. Frank Vohle von Ghostthinker GmbH hat die SWOT-Analysen der vier Bildungseinrichtungen (Freiburg, Wien, Luxembourg, Bozen) zusammengefasst und analysiert. Ausgehend von den sich herauskristallisierenden Hauptaspekten der einzelnen Analysen (Erfahrungen mit, Durchführung von und Arbeitsmodelle für Reflexive Praxis) herrschte unter den Projektpartnern Einigkeit darüber, dass sich PREPARE darauf konzentrieren muss, vorherrschende traditionelle Durchführungsmuster der Reflexiven Praxis – z. B. das bloße „Abarbeiten“ von Reflexionsaufgaben – zu durchbrechen, um mit Hilfe von Videoanalyse in Verbindung mit E-Portfolioarbeit zu einem Empowerment der Lehramtsstudierenden zu kommen.

Die zwei dafür herangezogenen Werkzeuge (edubreakCampus und Mahara) sind vor diesem Hintergrund als sich ergänzende Systeme zu betrachten, die ein Deep Learning, eine Verwirklichung von Primär- und Sekundärreflexion ermöglichen. Im Zentrum stehen die Studierenden („Ich bin im Fall der Held bzw. die Heldin.“), ihre Erfahrungen, die sie mit ihren Peers teilen und zu denen sie von diesen wertvolle Rückmeldungen bekommen. Dabei haben wir uns im Konsortium entschieden, zunächst „voll“ mit edubreak im Sinne eines situierten Lernens in das Arbeiten mit Videos (als Prozessportfolio) einzusteigen und komplementär dazu mit Mahara anfangs eher „dosiert“ zu beginnen, um dann im weiteren Verlauf immer öfter und intensiver an einem Präsentationsportfolio zu arbeiten.

Aus verschiedenen Diskussionen und einer Gruppenarbeitsphase ist schließlich ein erstes Modell für „unsere Reflexive Praxis“ entstanden, das wir vorläufig Drei-Ebenen-Modell einer video- und webbasierten Lernumgebung zur Förderung der reflexiven Praxis von Lehramtsstudierenden nennen: Die Videoplattform ermöglicht Studierenden die zeitmarkengenaue Analyse und Kommentierung ihrer Lehrauftritte und die Auseinandersetzung mit ihrer beruflichen Praxis auf der Basis von Peer- und Expert_innenfeedback. Die so gewonnenen Erfahrungen sind Grundlage für die Gestaltung von E-Portfolios und werden auf Basis schreibdidaktischer Ansätze für die Entwicklung weiterführender Arbeitsaufträge im Rahmen von längerfristigen Aufgabenarrangements genutzt. Unser Modell sieht drei Ebenen vor: Auf der Metaebene wird der Musteransatz nach Alexander (1977) herangezogen, der Kontext, Problem, Spannungsfeld, Lösung und Konsequenzen beschreibt. Die Mesoebene fokussiert auf den Ablauf der Videoanalyse. Die Mikroebene widmet sich dem konkreten Aufgabendesign. Die Abbildung zeigt die „Rohversion“ unseres Modells im Überblick.

"Rohversion" des Drei-Ebenen-Modell der Reflexiven Praxis

„Rohversion“ des Drei-Ebenen-Modell der Reflexiven Praxis

Ausgehend von diesem Modell werden ab sofort Erfahrungen in Pilotgruppen an allen vier Bildungseinrichtungen gesammelt. Dabei muss derzeit noch mit zwei getrennten Plattformen gearbeitet werden, da die Schnittstelle zwischen Mahara und edubreak von unserem Technik-Team erst noch entwickelt wird. Hierfür wird die nächste Mahara-Version 16.10 abgewartet, weil die mit dem Connection Manager, dem Smart-Evidence-Plugin und einer neuen App wichtige Features für PREPARE bereitstellt. In einigen Monaten soll die Schnittstelle zur Verfügung stehen und von den Pilotgruppen erprobt werden (weitere Infos siehe Blogbeitrag zu Mahara-edubreak-Meetup).

Am Freitag Vormitag fand ein so genanntes Innovation Panel mit Policy Makers aus drei Ländern statt. Für die PH Wien war Gabriele Kulhanek-Wehlend mit dabei, die als Institutsleiterin für den Bereich der Bildungswissenschaftlichen Grundlagen und die Reflexive Praxis verantwortlich ist. Bei diesem Panel wurde zunächst der Zwischenstand im Projekt vorgestellt und Feedback von den Bildungsverantwortlichen eingeholt. Anschließend wurden sie kurz in die beiden verwendeten Plattformen eingeführt, weil ein wichtiges Ziel von PREPARE ist, schon im Verlauf den Verantwortlichen einen unmittelbaren Einblick in das Projekt zu geben und idealerweise auch über die Plattformen Feedback von ihnen zu erhalten.

Ein herzliches Dankeschön gilt den Gastgeber_innen, Christian Laner und seinem Team vom „Bereich Innovation und Beratung“ des Deutschen Bildungsressorts Bozen.

Seit dem Meeting in Bozen gibt es nun auch eine Projekthomepage, die fortlaufend über PREPARE informieren wird. Dort sind auch weitere Fotos vom Meeting in Bozen zu finden. Frank Vohle hat einen Blogbeitrag zu „Flipped Meeting als Tagungs-Management-Methode“ verfasst. Und ganz aktuell ist ein Überblick über unser Projekt im FNMA-Newsletter erschienen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.