Highlight in der Woche der Medienkompetenz: der Media Literacy Award

18. Oktober 2018

In der Woche vom 14. Oktober war die „Woche der Medienkompetenz“ ausgerufen, mit weit über hundert Veranstaltungen österreichweit zur Medienbildung. Das Finale des Media Literacy Awards war definitiv ein Highlight in dieser Woche – nicht nur aufgrund seines mittlerweile 18-jährigen Bestehens.

Es wird viel diskutiert derzeit über die Einführung der „Digitalen Grundbildung“ an allen Schulen und der Problematik, dass den Schulen für eine professionelle Umsetzung meist die Ressourcen fehlen, sowohl hinsichtlich der Hardwareausstattung (Breitbandinternet, flächendeckendes WLAN, Mobile Devices) als auch hinsichtlich des Know Hows im Lehrkörper. Wie viele Schulen sich diesbezüglich schon seit vielen Jahren auf einen guten Weg gemacht haben, zeigt eindrücklich der Media Literacy Award, der heuer mit über 550 eingereichten Projekten einen neuen Rekord aufgestellt hat. In der Woche der Medienkompetenz fand im Dschungel Wien im Museumsquartier das diesjährige Finale statt, mit einer Eröffnungsgala am Mittwoch Abend, den 17.10., einer Fachtagung am Donnerstag Nachmittag, und mit den Preisverleihungen in fünf Kategorien am Donnerstag und am Freitag.

Klaus Himpsl-Gutermann vom ZLI der PH Wien war heuer in der MLA-Jury mit dabei – und war insgesamt beeindruckt von der hohen Qualität der eingereichten Projekte: „Klar hat das Team von mediamanual.at bei der Vorauswahl die schwächeren Einreichungen schon ausgesiebt – was wir als Jury aber dann zu beurteilen hatten, hatte durchwegs eine extrem hohe Qualität und hat es uns nicht leicht gemacht, die letztlich 21 Preisträger_innen zu küren.“ Auffällig war heuer, dass sich viele Projekte mit den „Schattenseiten“ der Digitalisierung beschäftigt haben, was vermutlich den Zeitgeist recht gut widerspiegelt – nach vielen Jahren der positiven Euphorie rund um das Web 2.0 treten mehr und mehr negative Erscheinungen zu Tage, die auch von den teilnehmenden Schulklassen mit einem erstaunlichen inhaltlichen Tiefgang kritisch reflektiert wurden. Egal ob es sich um Radiosendungen beispielsweise über Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs oder um die Programmierung eines Games über die Verschmutzung der Weltmeere handelte – in jeder prämierten Einreichung erfolgte neben der tollen medialen Umsetzung auch eine vertiefte inhaltliche Auseinandersetzung mit der jeweiligen Thematik. Laut Himpsl-Gutermann entkräftet diese Beobachtung auch etwas das Vorurteil, Projektunterricht oder die Teilnahme an einem Wettbewerb wie dem MLA sei eher reiner Aktionismus, der selten eine tiefere integrative Verankerung in das sonstige Unterrichtsgeschehen hervorbrächte. Einreichungen aus dem Volksschulbereich sind eher selten – die prämierten Projekte aus dieser Schulstufe zeichneten sich aber durch besondere Kreativität, Lust am Tun und medialen Gestalten und einen tollen Mix aus analogen und digitalen Medien aus. Die diesjährigen Siegerprojekte sind hier zu finden.

Panel 1 der Fachtagung zum Media Literacy Award

Panel 1 der Fachtagung zum Media Literacy Award

Im Rahmen der Fachtagung des MLA am Donnerstag fanden zwei Panel-Diskussionen zur übergeordneten Fragestellung „Wie kann Medienbildung in Schule gelingen?“ statt.  In einer ersten Runde – die von einem ebenso launigen wie fachlich pointierten Vortrag von Christian Swertz von der Universität Wien eingeleitet wurde – überwog zunächst eine theoretische Perspektive auf die Fragestellung, die aber schnell in praktische Fragen mündete, insbesondere auch durch die rege Beteiligung aus dem Publikum durch Lehrer/innen, Schulleiter/innen und (freien) Medienbildner/innen. Der Blick auf die Praxis erfolgte dann dezidiert über das zweite Panel, in dem neben Klaus Himpsl-Gutermann als Jury-Mitglied drei Preisträger/innen (Matthias Leichtfried, Julia Weißenböck, Susi Windischbauer) ihre Projekte und Erfahrungen schilderten. Tenor der Veranstaltung: Trau dich, auch wenn Du dir unsicher bist! So gewinnt also der uralte lateinische Ausdruck „Sapere aude“, den Immanuel Kant als „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“ zu einem der Leitgedanken der Aufklärung machte, in Zeiten der Digitalisierung an neuer, offensichtlich wichtiger Bedeutung.

Nachlese unter dem Twitter-Hashtag #wdmk18, Fotos auf Instagram, Webseite des MLA. Hier sind die Audioaufzeichnungen der beiden Panels nachzuhören.

Klaus Himpsl-Gutermann & Christian Berger, ZLI PH Wien

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