ICM and beyond … Wenn das Akronym nicht reicht.

17. Februar 2020

Am 12. und 13.2.2020 fand die internationale Tagung ICM and beyond (#icmbeyond2020) an der Pädagogischen Hochschule Baden statt. Die Tagung begann mit der Keynote von Marika Toivola (@mariaktoivola). In ihrem Vortrag beleuchtete sie vor allem die Stellung von Flipped Learning/Teaching im Kontext von Assessment (hauptsächlich in der Schule). Dabei hat die Finnin einen sehr konsequenten Zugang, indem sie konstatiert:

„I don’t correct mistake, I circle the incorrect answers and return them to be corrected. Then self-assessment and students decide how to correct answers (alone/with text book peer learning).“

Die Frage stellt sich natürlich, inwieweit solche Muster bzw. Good-Practice-Beispiele auch in anderen regionalen Domänen bzw. Umwelten umsetzbar sind, da der Implementierungserfolg von ICM-Modellen von soziodemografischen, pädagogischen und ideellen Parametern abhängig ist. Flipped Learning impliziere auch das Überdenken vorgefertigter Klassenzimmersettings. Das Mindset der Mathelehrerin aus Helsinki alleine war höchst erfrischend. Da hätte man ruhig einiges an Freshness in die Präse buttern können.

Die zweite Keynote von Ilka Mindt und Rebekka Schmidt von der Uni Paderborn mit dem Titel „Der inverted classroom beyond and within“ musste aufgrund von #sabine abgesagt werden, da die Kolleginnen nicht anreisen konnten. Sie werden die Keynote bei der ICM and beyond 2021 in St. Pölten halten. Auch fein. Elke Höfler (@lacknere) ist dankenswerterweise eingesprungen und hat in einem interaktiven Vortrag zahlreiche Lernmythen gemeinsam mit der Crowd teilweise auch sehr intensiv diskutiert. Unter den Klassikern: „Unsere Kinder lesen weniger, weil es das Internet gibt“ bzw. „lerntypengerechtes Unterrichten“. Wichtig wäre hier, diese De-mystifizierung dieser Claims nach draußen zu tragen, denn schließlich ist es auf einer solchen Konferenz ein bisschen wie „preaching to the converted“ oder eine #Filterblase.

Joe Buchner mit VR-Brille. Retrieved from Twitter.

Die große Auswahl an abwechslungsreichen Workshops war sehr imposant und zeigte wieder einmal, dass das Akronym ICM für mehr als nur Inverted Classroom Model steht, sondern auch  pädagogisch-performative Subdomänen des eigentlichen Flippings miteinschließt. So standen neben klassischen ICM-Patterns auch Good-Practice-Beispiele aus der hochschulischen Lehre am Programm. Von den fabelhaften #edupnx mit ihrer geballten Digi-Power, über die extrem engagierte Fachdidaktikerin Julia Weißenböck (@JWeissenboeck) mit ihren multimodalen/multmedialen Lehr/Lernmaterialien für die SEK2 (E), bis hin zu Stefan Schmid (@hingeschmidet), der als Flipmaster der ersten Stunde konkrete Didaktisierungszenarien vorstellte. Sein Brother-in-Flip, Joe Buchner von der Uni Duisburg-Essen/LearningLab (@josefbuchner) dürfte da natürlich auch nicht fehlen. Auch die Pädagogische Hochschule Wien war mit Ars-Docendi-Preisträger Christian Rudloff vertreten, der Bewegungslernen mit Onlinevideos am Beispiel der Fallschule vorstellte. Praxisnahe und fundiert.

Was bleibt, ist das gute Gefühl von einer inspirierenden Konferenz heimzufahren, viele Eindrücke für das eigene berufliche Handeln zu reflektieren und umzusetzen. Weiters sind solche Konferenzen wie große Klassentreffen, man trifft die Szene und diskutiert mit ihr sehr gut, sehr heftig und sehr vorausschauend. Im Idealfall geht man auch mit Ideen für Joint-Publications zurück. So soll es sein, so war es immer. Wenn in Zukunft auch noch mehr Vertreter*innen aus dem Hochschulmanagement bzw. Schulaufsicht kommen und einige Teilgeber*innen auch das halten, was das abstract verspricht, dann wird’s noch besser.

Stefan Schmid (BMBWF), Thomas Strasser (PH Wien), Joe Buchner (Uni Duisburg-Essen) bei der interaktiven Keynote. Retrieved from Twitter.

Tagungsband online: https://www.icmbeyond.net/wp-content/uploads/2020/01/ICM2020_Web.pdf?fbclid=IwAR3Jzx9WnQllb1eB0ifp89PLWRmI-pPyjmYZRt_sZ7M6L1hwz5nHm3aJZys#page=76

 

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