Warum Schulen und Journalisten enger zusammenarbeiten sollten

28. Mai 2026

Das ERASMUS+ Projekt „First Choice 4 Young News?“, bei welchem Schulen und MedienvertreterInnen aus Österreich, Italien und Slowenien Strategien für eine bessere und sinnvolle Kooperation erarbeitet haben, wurde am 21. Mai öffentlich präsentiert. Sehr anschaulich hat sich bei diesem Prozess gezeigt, dass sowohl LehrerInnen, als auch JournalistInnen und natürlich SchülerInnen von einer solchen Zusammenarbeit enorm profitieren.

Die Partner (Future Learning Lab Wien – Verein zur Förderung digitaler Bildungsangebote, PH Wien, Lern.Film.Studio, Presseclub Salzburg, ISIS Paolo Sarpi, IIS Biagio Pascal, HLW19 Wien, Srednja ekonomska šola in gimnazija Maribor und BHAK1 Salzburg) haben am 21. Mai in der PH Wien bei einem finalen Forum ihre Ideen präsentiert und Infostationen gestaltet. Dabei wurden die Ergebnisse aus mehreren länderübergreifenden Treffen vorgestellt und mit TeilnehmerInnen wie Philip Pramer (DER STANDARD), Barbara Buchegger (Leiterin Safer Internet) und Jad Assi (Youth Panel, Safer Internet) und zahlreichen LehrerInnen lebhaft diskutiert.

Im Projekt versuchte man für folgende Fragen Lösungen zu finden: Wie können Lehrkräfte die Herausforderungen des Journalismus besser verstehen und umgekehrt?; Warum ist es wichtig, junge Menschen frühzeitig über die Bedeutung und die Gefahren in diesem Bereich aufzuklären?; Was sind die größten Gefahren von Desinformation und wie können diese in der Schule entgegengewirkt werden?; Welche Chancen eröffnet der Einsatz von künstlicher Intelligenz und welche Gegenstrategien gegen Fake News sind möglich?, Welche pädagogischen Konzepte könnten in diesem Zusammenhang entwickelt werden oder haben sich bereits bewährt?

„Wir haben gesehen, dass der praktische Austausch auf Augenhöhe für beide Seiten sehr viel gebracht hat“, so die Projektleiterin und ehemalige Lehrerin Margit Pollek. „Wir haben erfahren, mit wie vielen Herausforderungen und Schwierigkeiten sowohl Schulen als auch Medien in ihrer Arbeit zu kämpfen haben, aber jeder weiß, dass die Bekämpfung von Fake news und das Bewusstsein für die Bedeutung unabhängiger Nachrichten für unsere Gesellschaft enorm wichtig sind“. 

Beim Austausch mit renommierten JournalistInnen wie Gerhard Rettenegger (ehem. Chefredakteur ORF-Salzburg) oder Christina Nadotti (u.a. La Republica) gab es für beide Seiten auch ganz praktische Anregungen. „Ohne pädagogische Fähigkeiten können Journalisten die Kompetenzen zu unabhängigem Recherchieren nicht weitergeben und Lehrer dies nie erfahren, hier müssen wir besser werden“, fordert Rettenegger. 

„Schulen müssen mit ihren Jugendlichen analytisch arbeiten, Rollenspiele machen und Pressekonferenzen abhalten“, so der Vorschlag von Harvey Dzodin (u.a. ehem. ABC-News). Dem kann Susanne Radke, Leiterin des Lern.Film.Studios nur zustimmen: „Wir machen seit Jahren Nachrichtenclips und Dokumentationen mit Jugendlichen und sehen deutlich, wie gut das funktioniert und wieviel Spaß sie dabei auch haben“. 

„Mir war nie bewusst, wie viel Zeit Journalisten in Fact-Checking investieren und wie sie dabei vorgehen, aber der Besuch im ORF hat mir das sehr anschaulich gemacht“, so Michaela Brandl (HLW19 Wien). „Die größte Herausforderung für Schulen sind die Ressourcen für solche Projekte zu finden und dass wir auch die politischen Verantwortlichen der drei Länder in diesen Prozess viel mehr einbinden sollten“, erklärt Margit Berlic Ferlinc, Professorin aus Maribor.

Alle waren sich einig, dass es hier zum Erhalt der demokratischen Gesellschaft noch viel mehr Anstrengungen von allen Seiten geben muss – Die LehrerInnen der beteiligten Schulen haben aber längst schon mit konkreten Projekten an ihren Schulen begonnen: darunter Fake-News-Recherchen zum Gaza-Krieg oder schulinternen Mythen, Besuche in Museen, wo über historische Fake-News informiert wird oder dem Vorantreiben von Schul-Zeitungen und Schul-Podcasts. Wer mehr über die Ergebnisse dieses umfangreichen Projekts erfahren möchte, findet dazu ab September praktisches Material und einen Film auf der Webseite: https://www.firstchoice4youngnews.eu/

Text: Susanne Radke

Bilder: Lern.Film.Studio+PH Wien

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