EDUdays 2026: Medienkompetenz und KI als zentrale Themen
Vom 8. bis 9. April 2026 fanden die 16. EDU|days an der Universität für Weiterbildung Krems statt. Die Veranstaltung, seit 2010 eine feste Größe für Lehrende aus ganz Österreich, bot auch heuer wieder Raum für kritische Reflexion, Vernetzung und den Austausch von Best Practices im Bereich Digitalität und Medienbildung. Ein volles Audimax an der Donau Uni an beiden Tagen unterstrich das große Interesse an den aktuellen Entwicklungen.
Inhaltlich überzeugten die EDUdays durch ein vielfältiges Programm, bei dem immer noch KI im Vordergrund stand: In Vorträgen und Diskussionsformaten wurden sowohl aktuelle Herausforderungen als auch didaktische Lösungsansätze thematisiert. Wiederkehrende Themen waren dabei interdisziplinäres Denken, nachhaltige Entwicklung sowie der reflektierte Einsatz digitaler Technologien im Unterricht.
Einen starken inhaltlichen Rahmen setzten die Keynotes von Nana Siebert und Martina Mara. Siebert plädierte eindringlich und emotional für eine Stärkung der Medienbildung und machte auf die sich verändernden Mediennutzungsgewohnheiten aufmerksam – unter anderem auf die auf Sekunden verkürzte Aufmerksamkeitsspanne junger Menschen. Sie stellte auch den stetig wachsenden Standard Medienkompetenz HUB vor. Martina Mara widmete sich in der Donnerstag Keynote „Maschinen wie wir? Warum wir ChatGPT & Co. vermenschlichen und KI-Kompetenz nun entscheidend ist“ der Frage, warum wir Technologien wie ChatGPT vermenschlichen. Dieses Phänomen des Anthropomorphismus – also das Zuschreiben menschlicher Eigenschaften an Maschinen – hat teilweise schon erschreckende Ausmaße angenommen, wenn man sich die Tatsache vor Augen hält, dass es Firmen gibt, bei denen man KI-Avatare heiraten kann.
Weitere Beiträge im Audimax, etwa zu Aktuellem aus dem bmb von Stephan Waba, sowie zahlreiche Kurzformate wie Start-up-Präsentationen oder Vorträge im PechaKucha-Stil von Initiativen wie „edubook“ und „SMART aufwachsen“ bis hin zu digitalen Prüfungsformaten wie „Next Exam“ boten einen breiten Überblick über aktuelle Entwicklungen.
Die zahlreichen Workshops griffen die Themen dann praxisnah auf. So zeigte etwa Florian Gnadlinger in einem Explorationsworkshop, wie sich intelligente Chatbot-Tutor:innen selbst erstellen lassen. Alicia Bankhofer demonstrierte, wie kreative KI-Workflows – vom Prompt bis zum fertigen Produkt – im Unterricht eingesetzt werden können. Andreas Barnabas Huber-Marx und Manuel Petruj thematisierten die spielerische Entschlüsselung rechtsextremer Codes und Memes, während Markus Krug oder Florian Goldgruber viele Praxisbeispiele aufzeigte, die Hands-on im Unterricht eingesetzt werden können. Elke Höfler plädoyierte wiederum in ihrem Vortrag mit dem Thema „Black Box“ KI im Klassenzimmer öffnen: Tools, Tasks und Prompting dafür, sich vermehrt auf den Prozess und nicht so sehr auf den Output zu konzentrieren.
Fazit: Die EDUdays 2026 machten erneut deutlich, dass Medienkompetenz und KI-Kompetenz längst zentrale Bestandteile zeitgemäßer Bildung sind. Das Thema KI ist nach wie vor das zentrale Thema. Allerdings ist hier die österreichische Bildungslandschaft schon ein großes Stück weitergekommen, wenn man die vielen reflektierten Beiträge von Krems in der Nachlese betrachtet. Der Bedarf an Orientierung, Austausch und konkreten Unterrichtsimpulsen ist groß – und die EDUdays leisten einen wichtigen Beitrag, um die Schule zukunftsfit zu gestalten.






Links
- zur EDU|days Webseite
- Programm der EDU|days 2026
- Padlet zum Thema „Sieht harmlos aus, ist rechtsextrem! Codes und Memes erkennen und (spielbasiert) entschlüsseln“ (Andreas Barnabas Huber-Marx und Manuel Petruj)
- Padlet zu „THE FEED“ – Play, Remix, Teach – Digital Game-Based Learning und KI (Andreas Barnabas Huber-Marx und Manuel Petruj)
- Padlet zum Thema „Tatort Sprache“ von Melissa Kozik (Vibe Coding)

Schreibe einen Kommentar