Über uns

Durch die rasant voranschreitende Technologisierung unserer Gesellschaft durchdringen digitale Medien zunehmend alle Lebensbereiche. In der Verschmelzung alter und neuer Medien sowie in deren zeit- und ortsunabhängiger Verfügbarkeit über das Internet eröffnen sie den Menschen neue Erfahrungs- und Lernräume, Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung und gesellschaftlichen Teilhabe.

Bildungsprozesse sind ohne Medien aller Art nicht denkbar – nichtsdestotrotz wird insbesondere die Bedeutung digitaler Technologien für das Lernen oft zu wenig erkannt und deren innovatives Potenzial in der Lehre weder systematisch noch didaktisch kohärent genutzt. Genau an diesen Punkten setzt das im September 2014 gegründete Zentrum für Lerntechnologie und Innovation (ZLI) an.

Zielsetzung

Entlang der Leitlinien der Pädagogischen Hochschule Wien beschäftigt sich das Zentrum für Lerntechnologie und Innovation (ZLI) mit den Einsatzmöglichkeiten von digitalen Technologien, Medien und Werkzeugen für eine zeitgemäße und innovative (Hochschul-)Didaktik. Unter Einbeziehung internationaler Entwicklungen und aktueller Forschungserkenntnisse erprobt und erarbeitet das ZLI Modelle, Best-Practice-Beispiele und Materialien für eine effiziente Kommunikation und Kooperation in Lerngruppen und -netzwerken. Das ZLI ist aufgeschlossen und offen für Neues, setzt sich dabei aber kritisch-konstruktiv und reflexiv mit den Möglichkeiten digitaler Technologien zur Gestaltung von Bildungsräumen auseinander, um nachhaltige Konzepte und Lösungen für Schule und Hochschule zu entwickeln.

Themenfelder

Eine prägnante Darstellung zum Thema „Digitale Bildung“, mit der sich das ZLI sehr gut identifizieren kann, ist die so genannte Dagstuhl-Erklärung als Ergebnis einer internationalen deutschsprachigen Tagung von Vertreterinnen und Vertretern aus der Medienpädagogik, der Informatik und der Wirtschaft im Februar 2016. Im Dagstuhl-Dreieck wird der problematisch verkürzte Begriff „Digitale Bildung“ durch „Bildung in der digital vernetzten Welt“ ersetzt und dazu aufgefordert, in der Auseinandersetzung mit Phänomenen, Gegenständen und Situationen aus ebendieser digital vernetzten Welt jeweils drei Perspektiven einzunehmen:

Das so genannte Dagstuhl-Dreieck (Quelle: Dagstuhl-Erklärung, Gesellschaft für Informatik)

Das so genannte Dagstuhl-Dreieck (Quelle: Dagstuhl-Erklärung 02/2016, Gesellschaft für Informatik)

In der anwendungsbezogenen Perspektive geht es darum, wie Digitale Medien für den Unterricht genutzt werden können und welche Kompetenzen ich als Lehrperson oder Schüler/in dafür benötige. In der technologischen Perspektive wird danach gefragt, wie die digital vernetzte Welt funktioniert. Durch deren zunehmende Komplexität werden Computer und Internet immer mehr zu einer „Black Box“. Dabei ist es unerlässlich, wenigstens Grundwissen über die Funktionsweisen von Smartphones, Webplattformen, Apps und zugrundeliegenden Algorithmen zu haben, um einen verantwortungsbewussten Umgang mit den eigenen Daten haben sowie Risiken und Chancen besser einschätzen zu können. Dies ist gleichzeitig der Übergang zur dritten Perspektive, der gesellschaftlich-kulturellen: Wie wirken die Digitalen Medien auf uns? Welche mitunter neuen Phänomene gibt es da, wie beispielsweise Cybermobbing oder viral sich verbreitende Neuigkeiten? Wie können mit Hilfe Sozialer Medien Meinungen beeinflusst oder sogar manipuliert werden?

Um Kernaufgaben der Allgemeinbildung wie Förderung von Verantwortungsbewusstsein, Urteilsfähigkeit, Kreativität, Selbstbestimmtheit, Partizipation und Befähigung zur Teilnahme am Arbeitsleben in der Schule zu bewältigen, müssen Inhalte und Kompetenzen der Informatik und Medienbildung verknüpft, verpflichtend im Curriculum aller Schulformen verankert und fortlaufend in möglichst vielen Gegenständen durch eine zeitgemäße, innovative Didaktik integriert werden. Das Team des ZLI widmet sich diesen Aufgaben in drei „großen“ Themenfeldern:

  • E-Learning und innovative Didaktik
  • Medienbildung
  • Digitale Kompetenzen und informatische Grundbildung

Institut IBS

Das ZLI ist organisatorisch am Institut für übergreifende Bildungsschwerpunkte der PH Wien (IBS) verankert. Das IBS gewährleistet eine flexible Schwerpunktsetzung im Sinne von Querschnittsmaterien in Lehre, Forschung und Entwicklung. Das Institut sichert die Identifikation, theoretische Durchdringung, Integration und den Transfer bildungssystemrelevanter übergreifender Bildungsschwerpunkte an der Pädagogischen Hochschule Wien. Zu den Schwerpunktbereichen gehören neben der Medienbildung Inklusive Bildung, Politische Bildung, Migration und Mehrsprachigkeit, Text- und Informationskompetenz, Gesundheitsförderung, Naturwissenschaften und Mathematik und Schulentwicklungsberatung.

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